Der industrielle Wohnungsbau als Lebensraum

Der industrielle Wohnungsbau als Lebensraum

Die Anfänge des industriellen Wohnungsbaus gehen auf Überlegungen von Walter Gropius, Mies van der Rohe, Le Corbusier und Martin Wagner als Architekten der Moderne zurück. Verbunden mit dem Durchbruch des „Neuen Bauens" erhielten idealistische Konzepte eines Massenwohnungsbaus mit ausgeprägt sozialen Komponenten des Zusammenlebens, bedingt durch den starken Wohnungsmangel in den Jahren zwischen den Weltkriegen enormen Aufschwung. Das Bauen sollte in diesem Sinne rationeller, schneller und kostengünstiger betrieben werden. Die erste Plattenbausiedlung Deutschlands entstand 1926-1930 in Berlin-Friedrichsfelde unter der Leitung von Martin Wagner. Sie steht heute unter Denkmalschutz. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in Westeuropa, später, aber noch konsequenter in der DDR und den Staaten Osteuropas die Idee industrieller Vorfertigung mit dem Ziel der „Lösung der Wohnungsfrage" vorangetrieben. Schon ein Jahr nach der ersten Baukonferenz in Berlin entstanden in Berlin-Karlshorst die ersten 200 Wohnungen in Großblockmontage. Von nun an war der technische Wohnungsbau nicht mehr aufzuhalten und es entstanden ab dem Ende der 1950er Jahre die ersten geschlossenen Neubaugebiete auf dem Boden der DDR, denen schon kurze Zeit später im Westen Großwohnsiedlungen wie die Walter-Gropius-Stadt und das Märkische Viertel folgten. Die Anmutung der meisten Bauten erzeugt heute Gefühle wie Kälte, Schwere und Orientierungslosigkeit. Die Gestaltung der „Außenhaut" einer Fassade in Verbindung mit einer optimalen Sanierung verbessert nachweislich das Befinden der Bewohner. Dabei geht es nicht ausschließlich um die Instandhaltung der Gebäude und Instandsetzungsmaßnahmen zur Verbesserung des Wärme- und Schallschutzes gemäß den Anforderungen der EnEV sowie Maßnahmen zur Erneuerung veralteter bautechnischer Anlagen. Vielmehr verbessern alle baulichen und wohnungswirtschaftlichen Maßnahmen den Wohnwert und die Ästhetik des industriellen Wohnungsbaus. Eine Neuordnung der Fassaden durch Wandkunst beflügelt unsere Gedanken und Gefühle. Sie erweckt Erinnerungen und Träume. Sie wirkt wie ein Schlüssel zu verborgenen Sehnsüchten. Der Fassadenkunst von CreativeStadt gelingt es, Großsiedlungen in individuelle Quartiere zu wandeln, die sich von der Masse sanierter Plattenbausiedlungen abheben. Ihre Originalität schafft für den Eigentümer Alleinstellungsmerkmale, die sich nachhaltig auf die Vermarktbarkeit auswirken.