Kunst birgt Zukunft in sich

Kunst birgt Zukunft in sich

Eben noch war dieser Giebel von den Spuren des Abbruchs des sich anschließenden Wohnblocks gezeichnet, nun ist er ein Kunstwerk. Die Verletzungen des Umfeldes und dessen schrittweise Zerstörung sind für viele Bewohner von Großsiedlungen ein Zeichen des Verfalls, der rasch in die Orientierungslosigkeit führt. Die Wandkunst initiiert im Stadtteil Neuberesinchen in Frankfurt (Oder) einen heilenden Prozess, der Wunden schließt und eine Zukunftsvision für die Gemeinschaft schafft. Die Kunst wird dabei zum Ort der Begegnung.

Durch einen Torbogen öffnet sich der Blick in eine paradiesisch anmutende Landschaft. Spaziergänger durchschreiten eine Niederung mit einem eiszeitlichen See, über dem sich auf einer Anhöhe das Wohngebiet Neuberesinchen mit seinem alten Wasserturm erhebt. Das faszinierende Ineinanderfließen von Realität und Fiktion schafft der freundlich lächelnde Gärtner als Verbindung zwischen der Landschaft zum Wohngebiet. Die Kunst bedient sich dabei der Schönheit des Oderlandes.

Das Thema „Gärten Europas" kommt dabei nicht von ungefähr. Mietergärten und reich bepflanzte Balkone zeugen von dem Bedürfnis der Bewohner, an ihrer Umgebung zu partizipieren und sie zu verschönern. Die Natur schließt die durch den Menschen aufgebrochen Gräben, lässt Narben zuwachen, heilt Wunden. Das Blühen der Blumen ist Ausdruck der Freude und des Wohlbefindens, sie beinhalten das Versprechen der Zukunft.